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Abgeschickt von wreckin´ripsi am 26 Mai, 2003 um 11:40:42:

Turbonegro

Irdisch




Turbonegro ist Spektakel. Mit Authentizität haben die sechs Norweger nichts am Hut. Ihnen geht es darum, hart rüberzukommen – und gibt es etwas Härteres als ihr schmierigschwules Outfit: ihre Jeansuniformen, ihre Matrosenkäppis, Pelzhüte und Stahlhelme? Ihre Seidenschals, ihre geschminkten Gesichter? Sie sind das nicht. Eigentlich unnötig, das zu erwähnen. Beim Konzert in der Elserhalle kam es zu einem kleinen Missverständnis. Die Fans von Turbonegro (die sind hart, in echt: wilder Pogo schon beim ersten Song) feierten ihre Idole, indem sie sie mit Bechern bewarfen. Das war in der Show nicht vorgesehen, nervte also die Diven auf der Bühne sichtlich. Mehrmals ermahnten sie das Publikum. Als dem Sänger der x-te Becher gegen den Kopf flog, stoppte die Musik und der Frontmann grollte: „Turbojugend! Arbeit!“ Die Band verzog sich, fünf Strafminuten Stille. Die Fans murrten zwar, danach hatten sie aber gelernt, kein Becher flog mehr.


Nun haben Turbonegro gewiss nichts gegen Ausgelassenheit. Sie wollen lediglich – Showmaster eben – selbst bestimmen, wann es so weit ist. Aber schon bald war es so weit, und die Turbojugend bekam: alles. Schneller, derber Punkrock krachte, der Sänger ließ seine nackte, schweißglänzende Wampe wabbeln, schüttelte die Brüste. Dazu besang er seine Erektion. Alle grölten mit. Bei dem Song über Menstruationsblut goss er einen Eimer rote Farbe ins Publikum. Die Becher flogen wieder. Jetzt war es okay. Der Musiker zuckten, hatten Sex mit ihren Instrumenten. Echt? Natürlich nicht, alles Spektakel. Aber das hat den Namen: Rock! Turbogeil.


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